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Willmy Magazin Nr. 7 | April 2015

INTERVIEW PLASBERG Frank Plasberg: Das kommt vor. Gerade bei Gesund- willmy magazin: Sie moderieren neben journalisti- heits- oder Pflege-Sendungen schreiben uns viele schen Formaten auch Unterhaltungsshows. Was ist Ihnen Betroffene – und die kontaktieren wird dann auch. wichtiger? Frank Plasberg: „hart aber fair“ bleibt mein willmy magazin: Wie wichtig sind die Reaktionen des Standbein, die Shows sind das Spielbein – und eine Studiopublikums für Ihre Sendung? willkommene Abwechslung vom Tagesgeschäft. Frank Plasberg: Sehr wichtig. Jede Sendung hat ihre eigene Atmosphäre, zu der auch das jeweilige Publikum willmy magazin: Laut aktueller ARD-ZDF-Online- beiträgt. Es muss dabei gar nicht immer Arena-Stimmung studie nutzen junge Menschen das Internet inzwischen herrschen. Manchmal sagt gebannte Stille mehr als frene- weitaus länger als das Fernsehen. Sehen wir Sie eines tischer Beifall. Aber kaum etwas ist schlimmer, als vor Tages auf einem YouTube-Kanal? 100 toten Augenpaaren zu moderieren. Frank Plasberg: Ich bezweifle, dass ich mit 57 Jahren noch ein YouTube-Star werde – zumindest nicht mit dem, willmy magazin: Lesen Sie Kritiken nach Ihren was ich bisher gemacht habe. Aber danke für den Hinweis, Sendungen? vielleicht ist das ja noch ein lohnendes Ziel … Frank Plasberg: Ja. Warum nicht? Da macht sich ja auch jemand Mühe. willmy magazin: Die Bundesregierung will dieses Jahr mehr Studienabbrecher in Ausbildungen vermitteln. Wie willmy magazin: Manche Ihrer Kollegen sitzen in beurteilen Sie Ihren Studienabbruch im Nachhinein? Was ihren Talkshows – Sie stehen und stellen sich auch mal raten Sie jungen Menschen, die in der Medienbranche direkt vor Ihre Gäste. Welche Rolle spielt Körpersprache arbeiten wollen? für Sie? Frank Plasberg: Auf die Gefahr hin, dass jetzt Frank Plasberg: Sie hilft mir. Dass man „hart aber ausgerechnet der Studienabbrecher den Spießer gibt, rate fair“ nachsagt, mehr Struktur und weniger Durchein- ich jungen Leuten: Lernt etwas Ordentliches, schließt es ander zu produzieren, liegt vielleicht auch daran, dass ab – und seid Euch bewusst, dass die Medienbranche viel ich im Notfall den Dompteur geben und meinen Platz Arbeit und wenig Sicherheit bedeutet. verlassen kann. DIE FRAGEN STELLTE SAMUEL HELLER AUS DER REDAKTION DES WILLMY MAGAZINS. willmy magazin: Ein Merkmal von „hart aber fair“ sind die Einspieler, die das Gespräch lenken – inwieweit ziehen Sie während der Sendung einen Plan durch? info Frank Plasberg: Einen Plan gibt es immer – aber die Planerfüllung allein sagt nichts darüber, ob es eine gute FRANK PLASBERG Sendung war. Meine Aufgabe ist es, live zu entscheiden, Seit 2001 moderiert Frank Plasberg „hart aber fair“ und wann es besser ist, diesen Plan beiseitezulegen und die erhielt seither mehrere wichtige Medienpreise wie den Diskussion laufen zu lassen. Deutschen Fernsehpreis, den Adolf-Grimme-Preis und den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Das journalistische Handwerk lernte er als Volontär bei der „Schwäbischen willmy magazin: Haben Sie einen Vorschlag, wie die Zeitung“, danach arbeitete er als Polizeireporter und politische Debatte im Parlament für die Wähler interes- Redakteur der „Abendzeitung“ in München. Beim WDR santer würde? übernahm er 1993 die Redaktionsleitung der „Aktuellen Frank Plasberg: Mehr Schlagabtausch wäre schön. Stunde“, bevor er sich mit „hart aber fair“ und später Weniger Floskeln auch. Aber klar ist auch: Das Parlament anderen ARD-Sendungen wie „Brennpunkten“ und „Quiz ist keine Arena. Die Abgeordneten sind schließlich nicht der Deutschen“ ganz der Arbeit als Moderator zuwandte. gewählt worden, um eine Show abzuliefern. Willmymagazin |april 2015 13


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